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Frankfurter Rundschau 11. Juli 2007
Musik im Blut
Sindlingen Brigitte und Hans Schlaud dirigieren acht Chöre und hören trotzdem aufeinander
VON ALEKSANDRA WENGLORZ
Brust raus, Bauch rein, aufrechte Haltung. Anmutig schwingen die Arme im Takt der Worte. Intuitiv natürlich. Das Dirigieren haben Brigitte und Hans Schlaud längst im Blut. Auch wenn sie nur darüber sprechen.
Rund 30 Jahre ist es nun her, dass Brigitte Schlaud, die schon im zarten Alter von zehn Jahren mit dem Singen begann, vor dem Spiegel stand und die Armbewegung übte. "Toll", muss ihr Mann später bei diesem Anblick gedacht haben. "Sie war ein Naturtalent", sagt er. Er hatte Chor- und Orchesterdirigenz studiert und war damals schon zehn Jahre lang Leiter des Germania Männerchors in Sindlingen. Jenem Chor, aus dem die Stimme ertönte, dass Germania noch um einen Frauenchor erweitert werden sollte.
Diesen zu leiten sagte Frau Schlaud sofort zu. Eigentlich war sie durch ihr Studium Solistin geworden, deren Repertoire von Arien und Stücken von Mozart, Beethoven und Schubert bis hin zu Operetten und Musicals reicht. Doch ein Bezug zum Chor bestand schon früh. Ihre Eltern hatten ein Wirtshaus. Darin probte der Germania-Männerchor. Dessen Leiter war ihr heutiger Mann.
Von ihm, sagt sie, habe sie dann gelernt, wie das mit dem Dirigieren funktioniere. "Die Sänger müssen mit Herz und Seele bei der Sache sein", sagt die 61-Jährige. Dazu müssten sie die Texte verstehen. Selbst auf Russisch, Schwedisch und Latein müssen sie sich in die Lieder hineinfühlen. Das zu vermitteln sei die Aufgabe eines Dirigenten. "Den Erfolg bekommt man dann von einem begeisterten Publikum zurück", ergänzt ihr Mann. Das Schöne sei für einen Dirigenten aber auch, dem einheitlichen Klang eines großen Chors zu lauschen, sagt Hans Schlaud mit glänzenden Augen. Die Leidenschaft für ihren Beruf verbindet sie noch heute, nach 40 Jahren Ehe. Gemeinsam gründeten sie 1992 eine Musikschule in ihrem Wohnort Waldems, obwohl sie drei Chöre leitet und er fünf, beizeiten sogar zehn. Und sie schaffen es, sich zu ergänzen. Er arrangiert, weil es an Literatur für Frauenchöre mangelt, Solistenstücke für mehrere Stimmen.
"Wir können aber auch sehr kritisch zueinander sein. Wir schweigen nicht, wenn etwas schlecht ist", sagt sie. "Das Gute dabei ist, dass wir auch danach noch Freunde sind", fügt der 62-Jährige hinzu.
Bei Schlauds kommt es schon öfter zu Diskussionen über Chöre. Vielleicht hatte das die Kinder, die inzwischen aus dem Haus sind, zu ihrem Werdegang animiert.
So ist der Sohn (36) nun Leiter eines Männerchors, die Tochter (30), examinierte Opernsängerin, Dirigentin eines Männer- und eines Frauenchors. Chorleitung liegt bei Familie Schlaud ganz offensichtlich im Blut.
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Hans Schlaud
seit über 40 Jahren Chorleiter
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Glanzvolles Konzert des Germania Männerchores
40 Jahre Chorleiter Hans Schlaud
Anläßlich dieses nicht alltäglichen Jubiläums strömten über 400 Gäste in den großen Festsaal des Bikuz in Ffm.-Höchst, war doch ein Konzert angekündigt, der etwas anderen Art.
Präsentiert wurden Lieder aus 40 Jahren Dirigententätigkeit von Hans Schlaud, moderiert vom Meister selbst.
Mit Charme und Humor erklärte Schlaud die angekündigten Stücke, bereichert durch manche Anekdote.
Der Chor brillierte in gewohnter Qualität, unterstützt von dem versierten Pianist Joachim Heß und der talentierten Solistin, der Amerikanerin Kirsten Gerking.
Das Programm führte querbeet durch bekanntes Männerchorrepertoire, von Schuberts Nachtgesang im Walde, über Schneider Jahrestag von Rudolf Desch, bis hin zu bekannten Opernchören von Johann Strauß und Carl Maria von Weber.
Eröffnet wurde das Konzert mit Schäfers Sonntagslied von Conradin Kreutzer, heißt es doch hier: Das ist der Tag des Herrn.
Ob Piano, Forte oder Slang im Gospel Soon ah will be done von William Dawson, Schlaud führte den Chor gekonnt durch alle musikalischen Sphären.
Nach der Pause präsentierte Schlaud seinen Seniorenchor 13 Sänger, die von der ersten Stunde an unter seinem Dirigat stehen. Sie brachten unter großem Beifall Wer recht in Freuden wandern will und die Nacht von Franz Schubert zu Gehör.
Natürlich durften an einem solchen Abend ehrenvolle Worte nicht fehlen, so würdigte der 1.Vorsitzende Michael Hedtler in seiner Ansprache die besonderen Verdienste von Hans Schlaud um den Chorgesang und speziell die Entwicklung des Germania Männerchores. Er formt seine Chöre wie kein Zweiter und durch sein hohes Anspruchsprofil erreicht er eine sehr hohe Motivation, was ihm die Sänger durch überdurchschnittliche Leistungen danken. Man versteht sich untereinander, ein Augenaufschlag genügt oftmals, um den Chor zu lenken.
Im Namen des hessischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, wurde Hans Schlaud eine Ehrenurkunde für besondere Verdienste um den Chorgesang überreicht.
Gerd Raach vom Deutschen Sängerbund vervollständigte die Lobesreden mit den Worten, solche Leute wie Sie hat der Deutsche Chorgesang nötig, leider haben wir viel zu wenige davon.
Auch der Maler Hans Schlaud wurde gewürdigt, im Foyer waren zahlreiche Bilder des Hobbymalers zu bewundern.
Nach etwa 3,5 Stunden ging der Chormarathon mit etlichen Zugaben zu Ende und man konnte sagen Das war der Tag des Herrn!
(JoDo)
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Höchster Kreisblatt
Die Seele des Männerchores aus Sindlingen
Höchst/Sindlingen. Selbst Altbundespräsident Richard von Weizsäcker lächelte schon gemeinsam mit den musikalischen Botschaftern des Gesangvereins Germania aus Sindlingen in die Kameras. Bei einer Chorreise nach Ontario/Kanada in den frühen Neunzigern war das und vorne dran stand Chorleiter Hans Schlaud. Wer auch sonst. Der Bariton blickt dieser Tage auf sein 40. Dirigenten-Jubiläum zurück und darf getrost als «die Seele des Männerchores aus Sindlingen gelten», wie es der Erste Vorsitzende Michael Hedtler formulierte.
Mit einem Festkonzert vor restlos ausverkauftem Haus im Höchster Bikuz ehrten die Sänger ihren Dirigenten nicht nur musikalisch. Vor dem Saal erinnerte eine kleine Ausstellung an Ereignisse der besonderen Art: von eben jener Reise nach Ontario über ein Festkonzert mit Hermann Prey 1992 bis zum 125. Jubiläum des Vereins 1997, bei dem der Betrachter Schlaud auch einmal in eher ungewohnter Ausgelassenheit beim Frühschoppen sehen konnte. Ergänzt wurde der Reigen mit Fotografien und Zeitungsausschnitten durch eine kleine Gemälde-Sammlung von Hans Schlaud. Die Ansichten von Höchst oder vom Salzburger Residenzbrunnen offenbarten ein zweites Talent des Musikers, der als junger Kerl von 20 Jahren die Germania unter seine Fittiche genommen hatte.
Wobei die damals Verantwortlichen, wie Hedtler formulierte, sich wohl gegen eine gehörige Konkurrenz anderer Chöre durchsetzen mussten, die alle reges Interesse an Schlaud hatten. «Zu sagen, die Geschicke des Chores in die Hände dieses jungen Mannes zu legen, ist eine gute Entscheidung gewesen, wäre wohl die Untertreibung des Jahrhunderts», sagte Hedtler. Bei 44 Gesangswettstreiten, die die Germania seither bestritt, landete der Chor über 20 Mal auf dem ersten Platz. Allein bei sechs der letzten zehn Wettstreite hatte die Germania am Ende die Nase vorn. Als herausragendste Leistung des Vollblutmusikers, der bereits mit fünf Jahren seinen ersten Auftritt hatte und dessen a cappella-Messe für einen Männerchor 1980 im Petersdom zum 60. Geburtstag von Papst Johannes Paul II. uraufgeführt wurde, bezeichnete es Hedtler, dass die Germania zunehmend auch Zuspruch von jüngeren Sängern zu verbuchen habe. Als Dankeschön für 40 Jahre überreichten die Germania-Sänger ihrem Dirigenten einen Gutschein für eine Reise nach Verona; inklusive Besuch eines Konzertes in der berühmten Arena.
Das gelungene Jubiläumskonzert mit Werken von Schubert, Mozart, Léhár oder etwa Puccini gab auch dank der Solistin Kirstin Gerking, begleitet von Joachim Heß am Flügel, dem Abend den rechten Rahmen. (imb)
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Hans Schlaud
seit 40 Jahren Chorleiter
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Das Jahr 2005 ist schon ein ganz besonderes Jahr für den Männerchor Germania: Seit genau 40 Jahren lenkt Hans Schlaud nun schon die musikalischen Geschicke des Sindlinger Gesangvereins. Darüber, dass die großen Erfolge der Germania aufs engste mit dem Chorleiter Hans Schlaud verknüpft sind, kann kein Zweifel bestehen. Grund genug für die Sänger, ihren Maestro mit einem großen Konzert im Bildungs- und Kulturzentrum Höchst zu feiern.
In den vierzig Jahren der Zusammenarbeit hat sich zwischen dem Dirigenten und seinem Sindlinger Chor eine fast schon freundschaftliche Verbundenheit entwickelt. Die Chemie stimmt, die Motivation auf beiden Seiten ist ungebrochen, so dass sich Musikfreunde weiterhin auf hochkarätige Konzerte mit Hans Schlaud und der Germania freuen dürfen.
Hans Schlaud, im Jahr 1944 geboren, studierte Chor- und Orchesterdirigieren, Klavier, Gesang, Musikgeschichte und Komposition an den Musikhochschulen Mainz, Frankfurt und Salzburg. Im Jahr 1969 legt er sein Staatsexamen als Chor- und Kapellmeister ab, und startete als Dirigent eine beispielslose Karriere, die ihn weit über die Grenzen des Landes bekannt machen sollte. Internationale Auftritte - zum Beispiel in China, Kanada oder Russland - sowie zahlreiche Plattenaufnahmen runden das Erfolgsbild ab.
Aber nicht nur als aktiver Musiker hat sich Hans Schlaud einen Namen gemacht, sondern auch als Preisrichter und Juror bei nationalen und internationalen Gesangswettbewerben. Weil sein Können, sein Wissen und seine Erfahrung international Anerkennung fanden, wurde Schlaud im Jahr 1994 zum künstlerischen Leiter des renommierten Chorwettbewerbes Orlando di Lasso in Rom berufen. Im November 2000 bekam er das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Das 40. Germania-Jubiläum Hans Schlauds wollten die Germania-Sänger mit einem großen Konzert würdigen. Vorgesehen waren Liedbeiträge aus den vier Jahrzehnten, in denen Schlaud die Germania leitet. Das Konzert im Höchster Bildungs- und Kulturzentrum am Samstag, dem 23.April 2005 begann um 19.00 Uhr. Man durfte gespannt sein. |
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